Geschichte
Ersterwähnung und frühe Geschichte
- Die erste gesicherte Nennung des Ortes Ludorf war die Weihe Kirche durch den Bischof von Havelberg im Jahre 1346.
- Der Name Ludorf läßt sich als das Dorf am Luch erklären.
- Die Ortsteile Gneve und Zielow wurden bereits 1261, bzw. 1237 urkundlich erwähnt.
- In der Umgebung von Ludorf finden sich archäologische Zeugnisse einer frühen Besiedlung durch Slawen.
- Die Kirche weist einen in Norddeutschland einzigartigen achteckigen Grundriß auf. Dieser geht einer Ortssage zufolge auf den kreuzfahrenden Ritter Wipert von Morin zurück. Die Burg der von Morin lag nordöstlich von Ludorf, zur Müritz hin und wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg aufgegeben. Von ihr zeugt noch heute der Burgberg mit umgebendem Wassergraben (Wegweiser Turmhügel).
Jüngere Geschichte
- 1698 wurde das heutige Gutshaus im Stil der Dänischen Klinkerrenaissance errichtet.
- Seit dem 18. Jhd. war das Gut bestimmend für die Entwicklung des Umlandes, als Ländereien von der Röbeler Stadtgrenze bis hin nach Vipperow und sogar auf dem Ostufer der Müritz unter Ludorfer Kontrolle standen.
- Die schwere landwirtschaftliche Arbeit wurde von Tagelöhnern, zu Frondiensten gezwungenen freien Bauern und Pächtern geleistet.
- Im 19. Jahrhunderts wurde das Gut neu gestaltet und es entstanden die heute noch erhaltenen Gebäude des Gutsensembles. Das Gelände des Gutshofes war durch schmiedeeiserne Zäune und Mauern vom Rest des Dorfes getrennt.
- Aus dieser Zeit datiert auch der hinter dem Gutshaus gelegene Park im Englischen Stil.
Gegenwart
- In dem Chaos nach dem Ende des Krieges wurde das Gut geplündert, kamen Flüchtlinge und Fremdarbeiter nach Ludorf.
- In der Bodenreform wurde das Land des Gutes und das verbliebene Vieh an die Neubauern aufgeteilt; die Technik gemeinschaftlich genutzt.
- Aus den Höfen, die aus verschiedenen Gründen aufgegeben oder verlassen wurden, entstanden in den späten 50er Jahren durch staatlichen Druck LPGs.
- In den Folgejahren gab es einen landwirtschaftlichen Aufschwung. Anfang der 70er Jahre schlossen sich die LPGs aus Ludorf, Zielow und Röbel der Ludorfer LPG an, die dann später durch verordnete Umgestaltung in Einzelbetriebe für Tier-, bzw. Pflanzenproduktion aufgeteilt wurde. Sie hatten bis zur politischen Wende Bestand.
- Danach mußten neue Gesellschaftsformen gefunden werden. Ehemalige Genossenschaftsmitglieder wagten einen marktwirtschaftlichen Neuanfang und führen so die Agrartradition fort. Sie, eine Reihe von Handwerksbetrieben sowie touristische Anbieter bilden heute das wirtschaftliche Rückgrat der Gemeinde.